Allgemeines
Wieso unterzieht sich überhaupt jemand der Mühe, eine nichtkommerzielle website über Medaillen zu entwerfen ? Die Antwort ist in knapper Form schnell gegeben : Wegen der Freude. Eine website zu entwerfen- und dabei gleichzeitig das in der website dargestellte Objekt besser kennenzulernen , kann durchaus Freude bereiten.
Was könnte nun der Betrachter von dieser website für einen Nutzen haben ? Wir hoffen ebenfalls : Freude und möglicherweise noch ein wenig mehr. Der Autor dieser website hat diese so gestaltet, dass sie Informationen in einer solchen Form darstellt, wie sie für den Autor selbst am Beginn seiner Sammlertätigkeit von großem Nutzen gewesen wäre. Wenn er diese Informationen bereits damals gehabt hätte, wäre sein " Lehrgeld" sicherlich geringer ausgefallen und vor manchem Fehlkauf hätte er sich bewahren können.
Was ist damit gemeint ? Nur durch die Kenntnis von und den Vergleich zwischen verschiedenen Realisierungen von Kunst oder Kunsthandwerk kann man sich - nach eigener Erfahrung - vor dem trügerischen, spontanen Reiz des Neuen bewahren, der i.a. recht schnell der Gewöhnung und der Ernüchterung weicht und sich eine durch die Zeit belastbare Urteilsfähigkeit erwerben. Auch in der Kunst gibt es Moden- was gestern fortschrittlich wirkte, übt nicht selten bereits heute einen gekünstelten oder gar muffigen Eindruck im zeitlichen Abstand auf uns aus. Andererseits gibt es - zumindest ist das die Auffassung des Autors- durchaus auch Werke, die von einer gewissen Zeitlosigkeit geprägt sind und die auch aus der zeitlichen Distanz noch "ansprechen". Gerade weil man beim Erwerb einer Medaille häufig unter einem Zeitdruck steht- wie z.B. beim Besuch einer Medaillenbörse- ist es recht schwierig, dem verführerischen Reiz der Überraschung zu widerstehen und ein Objekt angemessen und sicher einzuordnen- ein Objekt, an dem man auch noch längere Zeit nach dem Erwerb ungetrübte Freude hat.
Eine subjektive Urteilsfähigkeit, die zumindest zu einem stabilen Urteil kommt, kann man sicherlich auch in gewissem Maße durch die Lektüre von Bildbänden erlangen. In der vorliegenden website ist nun der bescheidene Versuch unternommen worden, bei der Gewinnung einer Übersicht über das Fachgebiet sich der Möglichkeiten zu bedienen, die die Verwendung von hyperlinks bietet. Der Betrachter kann also frei zwischen den Ordnungskriterien " Medailleur" und " Thema der Darstellung" hin- und herwechseln. Die Benennung des Themas der Darstellung ist sicherlich einiger Subjektivität unterworfen, eine Darstellung ist auch unter Umständen mehreren Themen zuzuordnen- was der Wahlmöglichkeit innerhalb der website jedoch keine Probleme bereitet. Eine farbliche Darstellung der Medaillen möge hier zusätzlich als kleiner Vorteil gegenüber der üblichen Schwarz-Weiß-Präsentation in Büchern angeführt werden. Die Auswahl der Abbildungen ist - abgesehen davon, dass sie natürlich von dem vorhandenen Sammlungsmaterial abhängig ist- selbstverständlich recht willkürlich- jedoch nicht ohne Absicht. Es wurde bewusst vermieden, eine - etwas unverblümt gesagt- Sammlung von Abbildungen von Köpfen alter Männer zu präsentieren. Die Rückseite von nicht wenigen Medaillen erschien dem Autor dieser Webseite - der Kunsthistoriker möge ihm das mitleidig nachsehen- häufig interessanter hinsichtlich der Darstellung und der Aussage als die Vorderseite mit der abgebildeten Hauptperson und dem Namen. Das Vorgehen erscheint aber gerechtfertigt, sofern man die dadurch möglicherweise entstandene Neugier als angenehmen und beabsichtigten Nebeneffekt betrachtet.
Es lässt sich also z.B. hier abfragen, welche Medaillen eines bestimmten Medailleurs in der website dargestellt werden- ausgehend von einer Gesamtdarstellung der betrachteten Medaillen, die jeweils durch eine "Kostprobe" - illustriert wird. Durch Anklicken des " thumbnails" der Darstellung gelangt man zu Großdarstellung der Medaille - von dort kann man wieder zurück zum "Schöpfer" der gezeigten Medaille oder zu einer Auswahl von Medaillen des gleichen Themas gelangen. Somit kann man leicht der Frage nachgehen, wie ein bestimmtes Thema von verschiedenen Medailleuren bearbeitet worden ist. Dies kann auch von Nutzen dabei sein, sich in der Folge für ein bestimmtes Darstellungsthema einer Sammlung zu entscheiden.
Der Betrachter möge sich hoffentlich an der Vielzahl der gezeigten Medaillen erfreuen. Diese sind sicherlich von unterschiedlicher künstlerischer Qualität- was immer das auch sein möge. Ihre Gemeinsamkeit ist zumindest, dass sie dem Autor dieser website nicht missfallen, wenn auch durchaus in unterschiedlichem Maße.
Ausgehend von der Freude an den vielen kleinen Bildchen und dem Stöbern in der website kann diese allerdings auch Anregung zu einer Vielzahl von Fragen und zum Nachdenken darüber sein, wie es der Autor selbst erfahren hat :
Wie sind Inhalt und Form bei einer bestimmten Medaille aufeinander abgestimmt ? Wie bekommt der künstlerischen Gestaltung einer Medaille die Überladung mit einer Botschaft ? Ist die Form " alles" und der Inhalt "nichts" ? Wie sind Kommerz und Kitsch gegenüber der " Medaillenkunst" abgegrenzt ? Die alte Frage : Was ist überhaupt Kunst ? Das, was man dafür hält ? Das, was jeder kann ? Das, was nicht jeder kann ? Ist der Begriff überhaupt noch heute zeitgemäß - ist er nicht schon längst durch die geschichtliche Entwicklung sinnentleert worden ? Reduziert sich nicht schon längst der Begriff Kunst auf das, was man als Kunst verkaufen kann ? Gibt es so etwas stilistische und inhaltliche Zeitlosigkeit für die "Qualität" eines Werkes ? Wie groß ist der Einfluss der Mode und des Nachläufertums ? Ist zum sicheren Urteil nicht geschichtlicher Abstand nötig ? Wieweit ist Handwerklichkeit und die Beherrschung handwerlicher Techniken überhaupt dem künstlerischen Genie - falls es überhaupt so etwas gibt- förderlich oder eher hemmender Ballast bei der Gestaltung des eigenen "Psychogrammes" (- wie mir ein ehemaliger Professor für Kunst mitteilte) ? Wie sind die Beziehungen zwischen der Malerei, der Bildhauerei und der Medaillenkunst beschaffen ? Wieweit passt sich die Medaillenkunst dem jeweiligen zeitgenössischen mainstream an , welche eigenständigen Entwicklungen sind zu beobachten ? Wie ist die Entwicklung in der Moderne zu beurteilen- welche Entwicklungstendenzen sind zu erahnen ? Wo könnte eine Weiterentwicklung in der Zukunft liegen, die möglicherweise auch die Kunstmedaille einem größeren Publikum näherbringt ? ...und, und, und... . Diese Fragen stellen sich sicherlich in entsprechender Form -beim Betrachten aller " Kunstwerke" - nicht nur dem Kunsthistoriker mit seiner von ihm beanspruchten Deutungshoheit - und stehen gewiss nicht nur beim kritischen Betrachten der repräsentierten Sammlung im Hintergrund - unabhängig davon, dass man sich natürlich auch nur an den Abbildungen naiv erfreuen kann.
Da die Anzahl der Abbildungen recht beschränkt und die Auswahl nicht repräsentativ ist, wird empfohlen, zur Vertiefung die bereits oben erwähnten und im Literaturverzeichnis aufgeführten Bildbände heranzuziehen - die insbesondere über das moderne und zeitgenössische Medaillenschaffen Auskunft geben und beim Nachdenken über die oben andeuteten Fragestellungen sehr anregend sind. Dies ist sicherlich besonders angebracht, weil in der vorliegenden website modernes Medaillenschaffen nur stichprobenartig vertreten ist.
Genug des Textes also. Seien Sie also begrüßt und eingeladen zu einem Rundgang durch diese website . Ich hoffe, dass Ihnen zumindest einige der gezeigten Medaillen gefallen und Sie auch ein wenig Neues kennenlernen...
Da die website sehr bildlastig ist und die Übertragungsgeschwindigkeit im Internet teilweise noch recht klein ist, war eine erhebliche Komprimierung der Bilddaten erforderlich, die leider z.T. etwas zu Lasten der Auflösung geht. Wir hoffen, dass angesichts dieser geschilderten Randbedingungen der Betrachter etwas Nachsicht zeigt.
Übrigens würde ich mich über eine Rückmeldung Ihrerseits- was Ihnen gefallen oder mißfallen hat und wo Sie ggfs. Korrekturvorschläge haben, sehr freuen.
Diese website befindet sich noch im Aufbau, so sind einige Plätze bisher nur an Stellvertreter vergeben - was sich jedoch in absehbarer Zeit ändern wird.